Darf ich Mama zu dir sagen?

Darf ich Mama zu dir sagen?

 

Das Frühjahr zwinkerte Blüten
in Bäume und zwischen die Gräser
die Welt duftete fröhlich und frei.

Das ist zu schwierig
haben sie gesagt.

Du gehst dabei kaputt
Du nimmst es zu sehr an.

Misshandelt. Missbraucht.

Wir begannen zu arbeiten.
Schritt für Schritt.

DIESE WELT IST VOLLER WUNDER

Du hast sie nur noch nie gesehen.

Sie haben dich nicht gewollt.
DOCH jetzt bist du da
und überall im Weg.

Sie haben dich leer
geschrie`n
und dich kaputtgeschlagen.
Sie haben dich deiner Kindheit beraubt.
Jetzt schaust du mich mit seelenfiebrigen Augen an.

Ich möchte dich in den Arm nehmen
doch dein Vertrauen ist zerbrochen.

Ich möchte dir zeigen wie liebenswert du bist
doch dein Herz ist zertreten.

Ich wünschte dich mit fröhlichem aufrechten Gang sehen

doch dein kleines Rückgrat ist gekrümmt.

Aus Wassern und Himmeln wuchs der Sommer
Wolken zogen mit singenden Kindern
in blaue Freiheit.

Ich möchte dir den Zauber der Blumen
die Geheimnisse uralter Bäume schenken
doch deine Liebe zum Leben ist verstummt.

KIND!

Du lachst nicht.
Du weinst nicht.

Ich reiche dir meine Hand
doch deine zerbrochene Seele ist zu tief verwundet.

Während andere Kinder sich
ENT WICKELN
VER WICKELST
du dich.
Zerrissen.
Zerbrochen.
Verstummt.

KIND!

Leuchtende Blätter knusperten  wie Cornflakes unter den Füßen.
Stürme rüttelten an Herzen und Fenstern.

 

Aber dann-

eines Tages hast du mich angesehen.

Anders als sonst.
Bist ganz nahe an mich herangekommen.

Hast deinen Kopf an meinen Arm gelehnt für eine Sekunde
und hast mich gefragt:
“Darf ich Mama zu Dir sagen?“

Ich habe die ganze Nacht
nicht geschlafen….

(c)by me

Dieses „Erlebnis“ ist mittlerweileschon ein paar Jahre her.

Aus dem kleinen verängstigten Jungen ist einfröhlicher junger Mann geworden-
selbständig- verträumt- manchmal auch jähzornig und unzufrieden- teils aggressiv,wenn die Vergangenheit ihn einzuholen droht-

Schweren Herzens habe ich dich ziehen lassen,voller Stolz, was du alles geschafft hat, was wir geschafft haben.
Und doch bist du nie ganz fort, bist immer noch hier bei mir Zuhaus´.

Dann ein Brief, ein Anruf, eine Sms….

“ Liebe M., Du hast mir Leben gezeigt,hast mich gelehrt, wie wichtig es ist zu lieben und sein Herz offen zu halten-trotz allem, hast ganz viel Mut in mich hineingelacht und mich mit diesem deinem bunten DU aufgebaut, zu dem gemacht, was ich jetzt bin. Die Schatten können mir nichts mehr. Danke!“

…..

Darf ich Mama zu dir sagen?~ die schönste Liebeserklärung eines „meiner“Engelchen, der heut schon 24 Jahre alt wird… (und immer noch die´Mama` in mir sieht)

Happy Birthday, Kleiner!!

Maria- oder wie ein kleiner Engel fluchen lernt

Diese Erinnerung ist von 2010 und Teil meiner heutigen Geschichte ist „Maria“.

Maria kam mit etwa 2 Jahren zu uns in die Einrichtung.

Sie hatte viel,sehr viel Schlimmes durchmachen müssen und leider zog sich ihr Leidensweg, denn der zuständige „Familien“-Richter“ hatte sie noch immer nicht endgültig von ihrem bösen Schicksal befreit und das Besuchsrecht ihrer „liebenden“ Eltern lang, sehr lang aufrecht erhalten.

Maria kam zu uns – als kleines, verängstigtes, nicht-reden könnendes, eingeschüchtertes und völlig verwahrlostes Mädchen..

Sie hatte einen sehr schlechten Start in ihr Leben…ungewollt,..misshandelt..missbraucht..allein gelassen..

Wenn man sie ansprach, versteckte sie sich ..unterm Tisch…im Schrank..überall..wo sie nicht gesehen werden konnte…
wenn man sie berührte, machte sie vor lauter Angst in die Hose.. und fing an zu zittern…
Maria wusste ihrer Hilflosigkeit nie anders Ausdruck zu verleihen..als ihren Kopf überall anzuschlagen…immer und immer wieder…

Ohhh, was habe ich dieses kleine Menschlein von Anfang an geliebt…sie hat mit ihren traurigen Kulleraugen sofort und ohne Umschweife mein Herz erobert…

Die Dame vom Jugendamt meinte,“…das wird bestimmt nichts mehr,..die ist kaputt,..selbst Sie kriegen die nicht mehr hin“…

Aber sowas gibts bei mir nicht…das Mäuschen ist doch noch so klein!!
Also Ärmel hochkrempeln…. und mit ganz viel Geduld.. und noch mehr Liebe…klitzekleine Trippelschritte nach vorn…

3 Schritte vor..und wenn man denkt..jawoll..jetzt so langsam..wieder 4 zurück..

dann ein Durchbruch…sie fängt an zu essen…denn auch das konnte sie nicht…
welche Freude..sie isst…ein Nutellabrot…sie geht aufs Töpfchen..

Dann wieder Besuchstage…und mein Mariechen hat alles verlernt…noch größere Rückschritte gehen gar nicht..

die Hosen sind voll..sie matscht..schmiert..versteckt sich.. spielt wieder Hammer mit dem Kopf…weint still vor sich hin..

Ich habe mit ihr gelitten…geweint..mit ihr gebangt…und konnte eigentlich nichts tun..wurde es uns doch auferlegt,..dass diese Eltern ihr Kind besuchen dürfen..ja auch zu sich holen dürfen für einen Tag,.. :-/

Briefe ans Jugendamt…Gutachten geschickt…Gespräche mit dem Gericht… nein..es bleibt dabei…das Elternrecht muss gewahrt werden… Kopfschütteln meinerseits…Wut…Hilflosigkeit…

wieder ganz viel Liebe gegeben…das Mäuschen gehuschelt..soweit sie mich an sich heranließ…viel gesungen…und Polly (mein Therapiepüppchen) hatte mit mir Überstunden….

Und wieder fing die Kleine an, Fortschritte zu machen..

sie wurde munterer…und manchmal.. in stillen Momenten,..bekam ich ein Lächeln von ihr…und ihre Ärmchen legten sich von selbst um meinen Hals..

„Manny…lieb..Mia..lieb..“…und was für sie am wichtigsten war…

“ Manny….huscheln…Arm.“

..mein kleines Mäuschen fing an zureden…:-)

Mittlerweile war über 1 Jahr ins Land gezogen, der nächste Besuch jener liebenden Eltern stand an, die darauf pochten, ihr „Eigentum“ sehen zu dürfen…und da man nicht auf meine/unsere Bedenken reagierte…lud ich Jugendamt und Jugendhilfe ein…damit sie selbst sehen..wie sich das kleine Püppchen von einem leise lächelnden Kind zurückentwickelt…

Und da..endlich..wurde man aufmerksam…hat man das Kind sozusagen „erlöst“…von dem Leben davor…!!

Mariechen entwickelte sich langsam aber stetig zu einem lebhaften Mädchen, mittlerweile 3einhalb Jahre, sie ist trocken (nur manchmal,wenn die Traumfee in der Nacht nicht aufgepasst hat und die Kleine von der Vergangenheit eingeholt wird,passiert ein nasses Unglückchen im Bett).
Sie isst..nein, sie genießt…jedes Essen wird genussvoll verspeist, geradezu zelebriert .

Sie lächelt… immer öfter..sie singt..sie summt..sie lacht ein glockenhelles hinreissendzauberschönes Lachen….sie tobt..
und

…ja sie flucht..
wie ein Knüppelschuster fängt dieses kleine knuffige Pummelchen an zu fluchen…und ich muss mir ein Lachen verkneifen…

das Kind..aus dem eh nichts „normales“ mehr wird…

blitzt mich mit roten Bäckchen an, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht..

und flucht…

und schimpft…

und meckert….: “ Du dooofer doooofer Kuuh duu““..

und ich weiss, sie wird ihren Weg finden, sie wird ihren Weg, der so voller Felsbrocken lag, freischaufeln und klettern 🙂

Maria…ein kleines Engelchen,..das zusätzlich zum lächeln fluchen kann 🙂

(c)

 

Mémoires d’un papillon~ Erinnerungen~Memories

Mémoires d’un papillon~ Erinnerungen~Memories

Seit ich „sozialpädagogisch und psychologisch“ denken kann, bin ich mit Herzblut in der Kinder-und Jugendhilfe tätig. Ich arbeite mit Kids und Jugendlichen mit Trauma-Hintergründen, Misshandlungen, Missbrauch, Vernachlässigung, psychosozialen und physiologischen Besonderheiten. Mädchen und Jungen, die ihr Lachen verloren haben, denen das Strahlen im Gesicht und der Glanz in den Augen genommen wurde; kleine,große-allesamt wundervolle, einzigartige und besondere Menschlis.

Natürlich schreibe ich keine Echt-Namen, sondern nur mit Pseudonymen, um den Gegebenheiten die persönliche Note zu geben, die sie erfordern, um das Erlebte nicht vergessen zu lassen.

Und auch, wenn die Namen geändert sind, das Erleben war echt.

Manchmal wünschte man sich, dass es eine „Geschichte“ sei, die sich jemand ausdenkt. Leider ist dem nicht so.

Manche der Erinnerungen können triggern-

manche sind traurig, herzzerreißend, erschütternd, erschreckend, heftig,- vieles ist zauberschön, berührend und herzerwärmend, – alle genau so vorgefallen.

Dies möchte ich als Warnhinweis mitteilen!

 

 

Tage wie diese

Ein Tag vor Heiligabend.
Alles vorbereitet, alles fertig.
Kein Stress.
Töchterchen kommt am 1.Feiertag mit Mann.
Freue mich so wahnsinnig auf mein kleinesgroßes Mädchen.
Läuft –
….könnte man sagen.
Und doch. ..das einzige was ununterbrochen läuft heute, sind Tränen.
Nicht enden wollende dicke fette Tränen.
Jahresrückblicke hier- WeihnachtsWünsche dort-
Freude- Besinnlichkeit…usw.
Und mein persönlicher Rückblick?
Dies Jahr war an „Herausforderungen“ nicht zu übertreffen:
Psychosomatische Reha, die anstrengend war, aber auch gut; die mir half, Frieden mit meiner (verstorbenen) Mutter zu machen trotz der alten nie verarbeiteten Geschichten. …
Tod des Stiefvaters mit erneutem Auseinandersetzen eben jener ‚Geschichten‘, mit immer wieder plötzlich 5 Jahre alt sein und jeden einzelnen Übergriff psychisch und physisch nochmal erleben…. und mit einerseits schlechtem Gewissen, weil ich nicht um ihn getrauert hab- andererseits mit dem Gefühl „frei zu sein“, eben weil ich nicht traurig war, dass er gehen musste. ….
Langsam bergauf. …Stabilität. …etwas Freude
Und dann. …endgültige Trennung von meinem Freund und dazu die Diagnose K
Karma ist ne Bitch. .. spätestens jetzt ohne Zweifel.
Und gerade als ich am Boden bin, es mir dort eingerichtet hab, sind da mir fremde Menschen, Menschen aus dem tzwitschernden Internet- mit einer Idee-die verrückt genug ist, dass sie sogar funktioniert.
Und wir sind kreativ, jeder mit dem was er/sie gut kann, versteigern unsere hergestellten Schätze, sammeln Spenden, tun Gutes, HELFEN. …
Und ich merke, wie mir das auch selbst hilft. ..zumindest ein bisschen.
Und so sind meine einzigen Weihnachtswünsche eher klein und doch so groß:
…noch viel mehr so zauberschöne Menschen mit ihren wunderbaren Ideen kennenzulernen.
… ich möchte Omi werden und so eine einzigartige sein, wie es meine Omimi war…..
LEBEN DÜRFEN. ..einfach nur leben können.
Rapunzelchens, ich wünsche Euch allen zauberschöne, friedvolle, besinnliche und fröhliche Weihnachten, entspannte Tage ohne Angst- aber mit einer Extraextraextra Portion Liebe ❤ ❤ ❤
Von Herzen

Abgrenzung

Weil es wichtig ist,… und ich mir selbst auch immer vor Augen  halten sollte…. im Inneren wie im Äußeren….

Danke dafür!

Reblog von https://hochsensibel1753.wordpress.com/abgrenzung/

 

 

 

Hm. Dieses Wort. Abgrenzung. In einem Seminar für Hochsensibilität hat mir dieses Wort nicht wirklich gefallen. Warum? Es ist so, wie wenn wir jetzt Mauern um uns herum bauen müssten, um uns selbst…

Quelle: Abgrenzung

..egal..

Gerade haben sie angerufen..

Du liegst im Krankenhaus.

Es sieht nicht gut aus, sagen sie..kaum eine Lebenschance mehr…

Du willst mich sehen, sagen sie ,..um dich mit mir zu versöhnen, um mich um Vergebung zu bitten,…damit du in Ruhe einschlafen kannst.

Sie bitten mich, betteln geradezu …

„ Lass ihn in Frieden sterben“
„ Hasse ihn nicht, es ist doch soviel Zeit vergangen“
„ Spring doch mal über deinen Schatten, vergib ihm!!“
„ Er hat dich doch immer geliebt! “

Ich soll dir verzeihen…
Was soll ich dir genau verzeihen? Sag es mir!

Dass du mir die Kindheit geraubt hast – als ich gerade mal 5 war?
Dass du mir mein Leben kaputt gemacht hast und mich jahrelang als Lügnerin hingestellt hast?
All die Knochenbrüche und Male, als Resultat für ein „nein, ich will das nicht“?!

Was soll ich vergeben? Sag!

Dass du selbst meine Mutter dazu gebracht hast, mir nicht zu glauben?
Dass du deine Spielchen gespielt hast und ich vor Angst fast gestorben bin?
Dass ich noch heute Angst vor der Dunkelheit habe?

Oder all die Narben, die ich noch heute trage, weil ich es gewagt habe, mich zu wehren?
Dass das kleine Mädchen in mir verlernt hat, wie man lacht, wie man tanzt, wie man lebt, ……..wie man liebt?

Du willst in Frieden einschlafen…

Genau das habe ich jahrelang gehofft, mir gewünscht, …
… einfach nur einschlafen können… ohne Angst

Du hast mich geliebt…
Oja, auch das hast du mir über Jahre hinweg eindrucksvoll bewiesen…

Nein, Ich hasse dich nicht, soviel Gefühl habe ich nicht übrig für dich.

Du bist mir egal ..
ebenso ist es mir egal, ob du in Frieden gehst oder unter Qualen…

meinen „Papa“ habe ich bereits verloren, als ich genau 5 Jahre alt war…

jetzt stirbt nur noch ein fremder Mann…

und auch, wenn jetzt alles wieder präsent ist, von dir lasse ich mir mein Leben kein zweites Mal zerstören…

© by me

Stille

In mir ist es still.
Einerseits unendlich viele Gedanken,
andererseits  Traurigkeit,Stille…..Resignation. .. aufgeben wollen.
Irgend ein weiser Mensch sagte mal, das man Stille zulassen müsse, um wieder zu sich selbst zu finden, um wieder eins zu sein mit sich und dem Leben.
Nur ist das allumfassend so? Tut Stille wirklich jedem gut?
Wächst durch Stille nicht noch mehr Resignation, Hoffnungslosigkeit??
Wie gesagt, in mir ist es still und andererseits heftig laut.
Ratlosigkeit macht sich breit. Ich funktioniere, gehe meinem Tagesgeschäft nach, lenk mich ab.

 

In mir ist es still…
und manchmal ist Schweigen Antwort genug……